Zeit im Bild

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Zeit im Bild

Eröffnung der Ausstellung
am Donnerstag, 15. November 2018

18 – 21 Uhr.

in der Galerie Amart, Halbgasse 17, 1070 Wien

Eröffnung und Ansprache 19:00 Uhr

Einführende Worte von Günter Oberhollenzer


Am 1. Dezember um 18 Uhr Lesung

Friederike Mayröcker und Bodo Hell

Musik: Renald Deppe


Bodo Hell zu ‚Zeit im Bild’

die Malerin, Holzschneiderin und Zeichnerin Linde Waber bleibt sich in dieser umfangreichen Ausstellung (mehrdeutiger Titel: Zeit im Bild) mit ausschließlich neuen Bildern gewiß treu, aber auch wiederum nicht: treu nämlich in der gewohnten und belebenden Einbeziehung von Weggefährten ihres künstlerischen Umkreises aus verschiedenen Sparten (Musik, Bildende Kunst, Theater, Literatur), hier speziell der Sprachkunst mit und von Friederike Mayröcker (ihrem vorausleuchtenden Lebensstern), andererseits zeigt sich Linde Waber als (sich selbst) untreu insofern, als hier nicht ‚Tageszeichnungen’ unter Einbeziehung der am jeweiligen Tag Anwesenden gezeigt werden (also Früchte einer täglichen Arbeitsfron/Meditation über Jahrzehnte hinweg), sondern man erkennt direkt eingearbeitete Kunstwerke aus den vergangenen Zeiten (immer wieder Farbholzschnitte, davon auch besonders ansprechende Probedrucke), die das Zentrum und Substrat der neuen großformatigen Bilder bilden, ihrerseits durch umgebende malerische Formationen und Gestaltungen gerahmt (‚gnomenhafte Gestalten’ wäre zu viel gesagt), also durch farbige Figuren, welche im Bild quasi den Vorhang vor der Vergangenheit der Künstlerin beiseiteziehen, selbstverständlich geschieht diese Art einer collagierten Einbeziehung früherer Werke samt Anlaßgeberinnen (Namenspatroninnen) nicht platt und offensichtlich, ja die Betrachtenden können oft gar nicht erahnen, um welche Zeitschicht (etwa 70/80er-Jahre) und um welche Freundschafts-Personen als BildAnlaß es sich handelt (z.B. Istvan Szikszay, Stimm, Sulzer, Schwertsik, Einem/Ingrisch, Bennent/Lechner, Gerstl/Wimmer, Franzobel/Blaha, Kupferblum, Jandl, Jelinek, Sommer, Nali Gruber, Deppe, Hell…)

die Recapitulation der Vergangenheit im Heute (als Akt der Bewahrung samt Neuschöpfung) und gar ihre Extrapolation in eine mögliche Zukunft geschieht bei Linde Waber auf subtile Weise und folgt vermutlich bestimmten Vorgaben aus dem hervorgerufenen Malgestus und einem unbewußten Aufarbeitungsbemühen, bisweilen auch so prägnanten Aphorismen, das meint diversen Sprüchen auf Linde Wabers (realem) Lebenstuch (rot): was uns aber an den neuen Arbeiten unmittelbar anspricht, sind weniger diese (immer prekär formulierten und schwerlich umzusetzenden) Lebensdevisen (also der versteckte emblematische Text als subscriptio), sondern uns Betrachter attrahierend ist dieser Vorhang-Auf-Charakter der Großformate mit Blick in die Tiefe der Zeit, schon damals zum Bild geworden und also vom Kommenden überholt, zugleich im besten Sinn eines ErinnerungsTriggers für die Steuerung eines ‚künstlerischen Beatmungsgeräts’ aufgehoben: belebend allemal, daß wir da bei jedem Bild (nicht von ungefähr sind viele Draufsichten wie aus Luftschiffen dabei) mit der Gestalterin mehr oder minder stark mitatmen dürfen


Galerie Amart

Ausstellungsdauer bis inklusive 26. Jänner 2019

www.amart.at

Öffnungszeiten: Mo, Di, Mi, nach Vereinbarung, Do- Fr 11-19 Uhr, Sa 11 - 18 Uhr

Terminvereinbarung unter 0676 468 18 96 oder amart@amart.at

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